Das Flüstern des Orients

Von Gast 05. September 2016 Kommentare 0

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit machte es sich die Kommunikationsdesign-Absolventin der FH Aachen, Franziska Meiners, zur Aufgabe, eine kindgerechte, spielerische Lösung für zwei große Problematiken in der Flüchtlingsdebatte zu finden.

Ihr illustriertes Buchprojekt schenkt den Kindern ein Stück Heimat in der Fremde und füllt damit eine Nische. Die diesjährige World-Vision-Studie machte deutlich, dass den kleinsten Betroffenen in Hinblick auf Integration noch nicht genügend Beachtung geschenkt wird.

Es ist von großer Wichtigkeit, dass geflüchteten Kindern bessere Möglichkeiten geboten werden, auch zu deutschen Kindern soziale Bindungen aufbauen zu können. Die Förderung ihrer kulturellen Identität nimmt deshalb einen großen Stellenwert ein. Im Zuge dessen steht weiterhin die wichtige Diskussion im Raum, wie das durch Zerstörung stark gefährdete immaterielle Kulturerbe des arabischen Raumes zu schützen ist, welches in starker Verbindung zu jener Identität steht.

Das Flüstern des Orients versteht sich als illustrierte Sammlung arabischer Märchen, die einerseits die traditionsreichen, arabischen Geschichten als Teil des immateriellen Kulturerbes konserviert und neu zum Leben erweckt. Andererseits wird die Integration der Kinder durch kreative Teilhabe und kulturellen Austausch gefördert und ihre kulturelle Identität in beide Richtungen gestärkt. Als Vorlesebuch erfüllt es außerdem viele wichtige Aufgaben, die die Soziabilität der Kinder fördern.
Ziel ist es deutsche und arabische Kinder anzunähern. Dabei geht es vor allem um das Wecken von Neugierde und Toleranz für die jeweils andere Kultur und deren Eigenarten.

Dies gelingt der Absolventin durch großflächige, kindgerechte Illustrationen zu sechs arabischen Märchen und vielen interaktiven Elementen, die zu einer noch intensiveren Beschäftigung mit der arabischen Kultur dienen. So schafft sie es der schweren und problembelasteten Thematik ein großes Stück Leichtigkeit zurückzugeben.Wie in der arabischen Kultur üblich, wird das Buch zum Beispiel von rechts nach links gelesen, was Neugierde schafft und gerade bei Kindern zu Interesse und Nachfragen führt.

Durch die Wahl eines eher Kinderbuch-untypischen Illustrationsstils, der sich an den Siebdruck anlehnt, schafft es das Buch einen Platz einzunehmen der sich an einer Schnittstelle vom Kinderbuch zum illustrierten Buch mit künstlerischem und erzählerischem Anspruch befindet. Das bedeutet, die Illustrationen folgen keiner hauptsächlich kindlichen Bildwelt, sondern haben auch durch ihre Abstraktheit einen klaren künstlerischen Anspruch. Somit besitzt das Märchenbuch das Potenzial, nicht nur Kinder zu begeistern.

Gestaltung: Franziska Meiners
Betreuung: Prof. Dipl. -Des. Ilka Helmig
write@franziskameiners.com